Folgende Bücher haben 2026 in den vier Kategorien gewonnen:
Leib und Seele. Eine Reise durch die Geschichte der Medizin
Medizin/Biologie
Leib und Seele. Eine Reise durch die Geschichte der Medizin
LAUDATIO Denkfehler ziehen sich durch die Medizingeschichte, wie Werner Bartens, Arzt und Wissenschaftsredakteur der SÜDDEUTSCHEN
ZEITUNG in diesem Buch zeigt, das von spirituellen Heilungsunternehmungen in frühen Hochkulturen über das Aderlassen bis zur digitalisierten High-Tech-Medizin der Gegenwart eine weite Reise durch die Historie nimmt. Bartens nimmt dabei anschaulich die Wechselwirkung von körperlichem Befinden und seelischem Zustand in den Blick, untersucht akribisch, wie psychologische Faktoren Wahrnehmung und Verlauf von Krankheiten beeinflussen können und appelliert dabei für eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Seele. Eine solche Perspektive ist aber weniger etabliert, als man annehmen würde, wie Bartens in seiner kritischen Auseinandersetzung mit modernen Tendenzen zeigt: Seine Untersuchung der Rolle der Ärzte in der Gesellschaft und der heutigen Arzt-Patienten-Beziehung kommt zu dem Schluss, dass sich die Mediziner inzwischen wieder von ihren Patienten – etwa durch die wachsende Bürokratisierung – weg bewegen bzw. sich gar von ihnen zunehmend entfremden.
Bartens plädiert für eine Rückbesinnung auf Empathie und menschliche Zuwendung und erweist sich dabei zugleich als äußerst talentierter Erzähler der Medizingeschichte.
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Bartens, Werner
Rowohlt Berlin
Das Schweigen der Schimpansen. Wie Tiere den Tod verstehen
Naturwissenschaft/Technik
Das Schweigen der Schimpansen. Wie Tiere den Tod verstehen
LAUDATIO Auch für Tiere ist der Tod Teil des Alltags. Aber können sie ihn verstehen und somit Trauer empfinden und Verlust spüren? Das fragt sich die spanische Philosophin Susana Monsó von der Universität Madrid und antwortet schnell mit: Ja. Tiere erleben den Tod und sie verstehen ihn. Dafür präsentiert sie in ihrem fesselnden Buch zahlreiche Beispiele: Orca-Weibchen tragen ihre totgeborenen Kälber über Wochen durchs Meer. Schimpansen verstummen, wenn sie tote Artgenossen sehen oder reinigen deren Leichen. Delfine helfen Sterbenden unter den Ihren, sich bis zum Ableben über Wasser zu
halten. Monsó offeriert aber keine bloße naturwissenschaftliche Anekdotensammlung, sondern taucht anhand von biologischen und philosophischen Erkenntnissen tief in die Materie ein und dennoch gelingt es ihr, nicht bloß Informationen an ein Fachpublikum zu referieren.
Die Annahme des Menschen, ein Monopol auf das Wissen über den Tod zu haben, ist laut Monsó somit falsch: Tiere gehen psychologisch, emotional und kognitiv sehr ähnlich mit ihrer eigenen Endlichkeit um. Ein kluges, bewegendes wie forderndes Werk, das somit auch zum Nach- und Umdenken über unser Verhältnis zu den Tieren aufruft.
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Monsó, Susana
Insel
Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
LAUDATIO »Nervosität« gilt unter Historiker/innen als ein gesellschaftliches Charakteristikum der Zeit zwischen 1890 und 1914. Aber kennzeichnet das nicht auch unsere Epoche? Darüber denkt der Wiener Historiker Oliver Rathkolb nach und konstatiert im Rückgriff auf die Historie, dass ein solch »nervöses Zeitalter« nun wieder angebrochen sei. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen nahezu im Dauermodus:
Das überfordert nicht nur bloß uns Zeitgenoss/innen, sondern irritierte schon die Menschen der Jahrhundertwende massiv – wie Rathkolb in seiner profunden, erhellenden wie erschreckenden Zeitvergleichsstudie zeigt. Beide historische Phasen, damals wie heute, waren von Scharlatanen in der Wirtschaft, Hetzern in der Politik und einer wachsenden Polarisierung der Bevölkerung geprägt.
Und ob um 1926 oder 2026: Sich verbreitende Gefühle der Marginalisierung und des Abgehängt-Seins weck(t)en Sehnsüchte nach dem »starken Mann« an der Spitze und damit einhergehend einfachen wie radikalen Lösungen, die aber nicht selten auf den Abbau der Demokratie abziel(t)en. Das stellt Oliver Rathkolb in seinem Buch äußerst informativ wie eindrücklich dar.
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Rathkolb, Oliver
Molden
Auf in die Berge! Was Menschen in die Höhe treibt
Junior-Wissensbücher
Auf in die Berge! Was Menschen in die Höhe treibt
LAUDATIO Das Gebirge fasziniert seit jeher – groß wie klein: An das jüngere, von Bergen begeisterte Publikum richtet sich das erste Bildersachbuch der Linzer Illustratorin Katja Seifert und nimmt an den luftigen Höhen interessierte Kinder ab 6 Jahren auf eine spannende Entdeckungstour mit. Detailreich wie außergewöhnlich zeichnet sie diese massive Landschaft und die Menschen, die versuchten sie zu bezwingen: Sie stellt alpinistische Pionier/innen vor
und widmet sich dabei vor allem jenen Frauen, die sich gegen die männlichen Bergsteiger durchsetzen mussten. Mit sanften Farben errichtet Seifert den Bergen ein opulentes, papiernes Denkmal und illustriert somit auch die Gefahren am Berg und die Entwicklung des Bergsteigens insgesamt von der Veränderung der Ausrüstung bis zu den Auswüchsen des Massentourismus.
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Seifert, Katja
NordSüd, ab 6
Shortlist
Folgende Sachbücher standen diesmal zur Wahl:
Das Gehirn in der Menopause. Wie wir die bisher unentdeckte Kraft der Wechseljahre für uns nutzen können
Medizin/Biologie
Das Gehirn in der Menopause. Wie wir die bisher unentdeckte Kraft der Wechseljahre für uns nutzen können
Die Menopause ist noch immer ein Thema, über das viele Ärztinnen und Ärzte wenig wissen. Frauen fühlen sich deswegen oft allein gelassen mit den vielfältigen Symptomen, wie Hitzewallungen, Schlafstörungen, aber auch Gedächtnislücken. Für Lisa Mosconi markiert die Menopause nicht nur das Ende eines Lebensabschnitts, sondern eine Phase des Übergangs und Neubeginns: Frauen, die lernen, sich während der Wechseljahre um ihren Körper adäquat zu kümmern, können ihr Gehirn sogar »verbessern«.
Dr. Lisa Mosconi, Neurowissenschaftlerin und Nuklearmedizinerin, hat in Florenz promoviert, leitet die Women’s Brain Initiative und ist Direktorin der Alzheimer’s Prevention Clinic am Weill Cornell Medical College, wo sie als Professorin für Neurologie und Radiologie lehrt. Zudem ist sie Mitglied der psychiatrischen Fakultät an der New York University.
Mosconi, Lisa
dtv
Berauscht der Sinne beraubt. Eine Geschichte der Ekstase
Medizin/Biologie
Berauscht der Sinne beraubt. Eine Geschichte der Ekstase
Wir alle sind von klein auf danach süchtig: Kontrollverlust, geistige Entrückung, größte Freude. Ein Begriff kommt dabei häufig zum Einsatz: Ekstase. Racha Kirakosian nähert sich ihr aus verschiedenen Richtungen: der des Individuums, etwa anhand der Schmerzerfahrung, aber auch der des Kollektivs, etwa beim Thema Massenwahn. Sie vereint Religionsgeschichte, Kulturgeschichte und Medizin, um eine Seite unseres Daseins zu beleuchten, zu der auch dunkle Aspekte wie Misogynie, Hexenjagd und politische Manipulation gehören.
Racha Kirakosian bekleidet eine Professur für Mediävistik an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Zuvor war sie an der Harvard University und an der University of Oxford tätig. Ihre Forschung ist angesiedelt an der Schnittstelle von Frauengeschichte, Textkultur und Religion des Mittelalters.
Kirakosian, Racha
Propyläen
Denisova. Die Entdeckung einer neuen Menschenart
Medizin/Biologie
Denisova. Die Entdeckung einer neuen Menschenart
2010 konnte nur mit Hilfe von DNA-Analysen der Beleg für die Existenz einer bislang unbekannten Population der Gattung Homo vorgelegt werden – in der Denisova-Höhle in Sibirien. Diese wiederentdeckten Menschen können als asiatische Pendants zu den Neandertalern gelten. Das Buch erzählt die spannende Geschichte von der Entdeckung der Denisova-Menschen, deren Erforschung gerade erst begonnen hat.
Die Paläoanthropologin Silvana Condemi ist Forschungsdirektorin am Centre national de la recherche scientifique in Marseille. Ihre Schwerpunkte liegen auf biologischer Anthropologie, Archäologie und medizinischer Anthropologie.
François Savatier ist Journalist und arbeitet für das Magazin Pour la Science, wo er für den Themenbereich der Prähistorie zuständig ist.
Condemi, Silvana | Savatier, François
C.H.Beck
Eingesperrt und ausgegrenzt. Armut, Ausbeutung und Rassismus – eine andere Geschichte der Medizin
Medizin/Biologie
Eingesperrt und ausgegrenzt. Armut, Ausbeutung und Rassismus – eine andere Geschichte der Medizin
Nicht-weiße Menschen sind schwerer von Epidemien betroffen, weil Kolonialismus, Ausgrenzung und Rassismus Krankheitsausbrüche potenzieren. Das zeigt Edna Bonhomme in ihrem Buch: Vom Ausbruch der Cholera auf einer Plantage über die Verbreitung der Malaria im Zuge des Vietnam-Kriegs, die Rolle von Tuberkulose in New Yorker Gefängnissen bis zu den Folgen der Covid-Pandemie legt die Autorin dar, dass Krankheiten schon immer mit politischen Voraussetzungen interagiert haben.
Edna Bonhomme ist Wissenschaftshistorikerin, Journalistin und schreibt über Kultur. Sie promovierte in Geschichte an der Princeton University und hat einen Bachelor-Abschluss in Biologie und einen Master-Abschluss in Public Health.
Bonhomme, Edna
Propyläen
Leib und Seele. Eine Reise durch die Geschichte der Medizin
Medizin/Biologie
Leib und Seele. Eine Reise durch die Geschichte der Medizin
LAUDATIO Denkfehler ziehen sich durch die Medizingeschichte, wie Werner Bartens, Arzt und Wissenschaftsredakteur der SÜDDEUTSCHEN
ZEITUNG in diesem Buch zeigt, das von spirituellen Heilungsunternehmungen in frühen Hochkulturen über das Aderlassen bis zur digitalisierten High-Tech-Medizin der Gegenwart eine weite Reise durch die Historie nimmt. Bartens nimmt dabei anschaulich die Wechselwirkung von körperlichem Befinden und seelischem Zustand in den Blick, untersucht akribisch, wie psychologische Faktoren Wahrnehmung und Verlauf von Krankheiten beeinflussen können und appelliert dabei für eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Seele. Eine solche Perspektive ist aber weniger etabliert, als man annehmen würde, wie Bartens in seiner kritischen Auseinandersetzung mit modernen Tendenzen zeigt: Seine Untersuchung der Rolle der Ärzte in der Gesellschaft und der heutigen Arzt-Patienten-Beziehung kommt zu dem Schluss, dass sich die Mediziner inzwischen wieder von ihren Patienten – etwa durch die wachsende Bürokratisierung – weg bewegen bzw. sich gar von ihnen zunehmend entfremden.
Bartens plädiert für eine Rückbesinnung auf Empathie und menschliche Zuwendung und erweist sich dabei zugleich als äußerst talentierter Erzähler der Medizingeschichte.
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Bartens, Werner
Rowohlt Berlin
Das Schweigen der Schimpansen. Wie Tiere den Tod verstehen
Naturwissenschaft/Technik
Das Schweigen der Schimpansen. Wie Tiere den Tod verstehen
LAUDATIO Auch für Tiere ist der Tod Teil des Alltags. Aber können sie ihn verstehen und somit Trauer empfinden und Verlust spüren? Das fragt sich die spanische Philosophin Susana Monsó von der Universität Madrid und antwortet schnell mit: Ja. Tiere erleben den Tod und sie verstehen ihn. Dafür präsentiert sie in ihrem fesselnden Buch zahlreiche Beispiele: Orca-Weibchen tragen ihre totgeborenen Kälber über Wochen durchs Meer. Schimpansen verstummen, wenn sie tote Artgenossen sehen oder reinigen deren Leichen. Delfine helfen Sterbenden unter den Ihren, sich bis zum Ableben über Wasser zu
halten. Monsó offeriert aber keine bloße naturwissenschaftliche Anekdotensammlung, sondern taucht anhand von biologischen und philosophischen Erkenntnissen tief in die Materie ein und dennoch gelingt es ihr, nicht bloß Informationen an ein Fachpublikum zu referieren.
Die Annahme des Menschen, ein Monopol auf das Wissen über den Tod zu haben, ist laut Monsó somit falsch: Tiere gehen psychologisch, emotional und kognitiv sehr ähnlich mit ihrer eigenen Endlichkeit um. Ein kluges, bewegendes wie forderndes Werk, das somit auch zum Nach- und Umdenken über unser Verhältnis zu den Tieren aufruft.
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Monsó, Susana
Insel
Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte von Mensch und Technologie
Naturwissenschaft/Technik
Sisyphos im Maschinenraum. Eine Geschichte von Mensch und Technologie
Von Automaten in frühen Fabriken über Sicherheitsgurte, Lügendetektoren und nette Roboter bis zu Computern als Präsidentschaftskandidaten und zur Cyborg-Reparatur – das menschliche Verhältnis zur Technik ist von einer bedenklichen Schieflage geprägt: Menschen erscheinen als Mängelwesen, die unnötige Fehler machen und Dummheiten begehen, während ihre Maschinen und Technologien als Überwinder ihrer Schwächen gefeiert werden. Martina Heßler erzählt die beeindruckende Geschichte dieses wirkmächtigen Gedankens, in dem sich die menschliche Fehlbarkeit hartnäckig mit technologischer Perfektion verbindet.
Martina Heßler ist Historikerin und seit 2019 Professorin für Technikgeschichte an der TU Darmstadt. Sie arbeitet zur Kulturgeschichte der Technik, zur Ding- und Designgeschichte, zu Wachstums- und Schrumpfungsperspektiven in Industrie- und Autostädten im 20. Jahrhundert sowie zur Geschichte und Gegenwart des Mensch-Maschinen-Verhältnisses.
Heßler, Martina
C.H.Beck
Was kann künstliche Intelligenz? Wird sie Wohlstand für alle schaffen, Krebs heilen und das Klimaproblem lösen?
Naturwissenschaft/Technik
Was kann künstliche Intelligenz? Wird sie Wohlstand für alle schaffen, Krebs heilen und das Klimaproblem lösen?
Die KI-Forschung steht an einem Wendepunkt. ChatGPT und Co. können heute zwar beeindruckende Texte und Bilder erzeugen, doch Sepp Hochreiter hat eine viel ehrgeizigere Vision: eine KI, die komplexe Vorgänge der realen Welt in Sekundenschnelle am Computer simulieren kann, vom Verhalten von Werkstoffen über Medikamentenwirkungen bis zum Klimawandel. KI-Simulation könnte die industrielle Produktion revolutionieren und helfen, die großen Probleme unserer Zeit zu lösen.
Sepp Hochreiter, geboren 1967 in Mühldorf am Inn, ist einer der führenden Wissenschaftler im Bereich der künstlichen Intelligenz. 2006 wurde er als Universitätsprofessor an die Johannes-Kepler-Universität Linz berufen. Dort leitet er das Institute for Machine Learning und das Labor für Artificial Intelligence.
Hochreiter, Sepp
ecoWing
Zwischen Urknall und Apokalypse. Die große Geschichte unseres Planeten
Naturwissenschaft/Technik
Zwischen Urknall und Apokalypse. Die große Geschichte unseres Planeten
Seit Urzeiten erzählen Menschen sich mythische Geschichten über die Entstehung und den Untergang der Welt. Dank dramatischer Durchbrüche in der Forschung haben wir heute eine neue, große Erzählung über unseren Ursprung und unsere Zukunft. Aus einem Urchaos entstand vor 13,8 Milliarden Jahren in einem schicksalhaften Moment das erste Licht des Kosmos, danach Materie, Sterne, Galaxien und Planeten. Von einer Klimakatastrophe zur nächsten schlingernd entwickelte sich unsere Erde. Am Ende steht der weite Blick in die Zukunft: Hat die Welt ein Ende oder gelingt dem Menschen der Weg durch die Apokalypse?
Dr. Heino Falcke, geboren 1966 in Köln, ist Astrophysiker und Professor an der Radboud-Universität in Nimwegen. Er leitete den wissenschaftlichen Beirat des Event-Horizon-Telescope-Projekts, das am 10. April 2019 das erste Bild eines Schwarzen Lochs präsentierte.
Jörg Römer, geboren 1974, studierte Mesoamerikanistik, Vor- und Frühgeschichte sowie Lateinamerikastudien in Hamburg. Seit Oktober 2015 Redakteur bei DER SPIEGEL im Ressort Wissenschaft/Gesundheit.
Falcke, Heino | Römer, Jörg
Klett-Cotta
Es war einmal das Huhn. Eine Forschungsreise durch die bewegte Geschichte von Mensch und Huhn
Naturwissenschaft/Technik
Es war einmal das Huhn. Eine Forschungsreise durch die bewegte Geschichte von Mensch und Huhn
Hühner begleiten den Menschen seit Jahrtausenden, und dennoch wissen die wenigsten, wann, wie und warum das Huhn überhaupt zum Haustier wurde. Die Biologin und Hühnerkennerin Astrid Drapela begibt sich auf eine spannende Spurensuche durch Europa und erforscht die bewegte Kulturgeschichte dieses besonderen Vogels. Durch Gespräche mit Forschenden aus verschiedenen Disziplinen offenbart sie neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur dynamischen Geschichte und Bedeutung des Huhns – von seiner Rolle als Status- und Kultobjekt in antiken Gesellschaften bis hin zu seiner Interpretation in der Kunst, Literatur und Popkultur.
Astrid Drapela ist Biologin und unterrichtet als Expertin für tiergestützte Therapie an einer Schule, wo sie ein einzigartiges Schulhühnerprojekt wissenschaftlich begleitet. Sie lebt mit ihrer Familie, mit ihren 40 Hühnern und weiteren Haus- und Hoftieren bei Wien.
Drapela, Astrid
Goldegg
Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Moskaus westliche Rivalen. Eine europäische Geschichte vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer
Warum greift Russland seine westlichen Nachbarn an? Was unterscheidet diese vom Moskauer Machtsystem? Der Norden, das Baltikum und Polen, unterstützen die Ukraine. Wie ist das zu erklären? In einem großen zeitlichen Bogen vom Mittelalter bis heute zeichnet Oliver Schmitt die Geschichte und die Erfahrungen der Gesellschaften vom Nordkap bis zum Schwarzen Meer nach. Er zeigt, dass Moskau von seinen westlichen Nachbarn nicht primär durch Sprache oder Religion, sondern v.a. durch Unterschiede der politischen Kultur getrennt ist.
Oliver Jens Schmitt, Dr. phil., geb. 1973, ist seit 2005 Professor für Geschichte Südosteuropas an der Universität Wien und seit 2017 wissenschaftlicher Direktor am Institut für die Geschichte der Habsburgermonarchie und des Balkanraumes an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Schmitt, Oliver Jens
Klett-Cotta
Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Klasse. Die Entstehung von Oben und Unten
Klassen durchdringen das gesamte Leben: unsere Werte, unsere Gefühle, unsere Freundschaften und Beziehungen, unseren Geschmack und unseren Lebensstil, unseren Beruf und unsere Finanzen. Hanno Sauer untersucht, woher unsere Vorstellungen von Klasse und Status rühren, wie sie unsere Gesellschaft prägen und wie viele Klassen es eigentlich genau gibt, und beschreibt, wie die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft unser Verständnis von Gesellschaft revolutionieren.
Hanno Sauer, Jahrgang 1983, ist Associate Professor of Philosophy und lehrt Ethik an der Universität Utrecht in den Niederlanden. Er ist Autor zahlreicher Fachaufsätze und mehrerer wissenschaftlicher Monografien.
Sauer, Hanno
Piper
Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Ökonomie der Angst. Die Rückkehr des nervösen Zeitalters
LAUDATIO »Nervosität« gilt unter Historiker/innen als ein gesellschaftliches Charakteristikum der Zeit zwischen 1890 und 1914. Aber kennzeichnet das nicht auch unsere Epoche? Darüber denkt der Wiener Historiker Oliver Rathkolb nach und konstatiert im Rückgriff auf die Historie, dass ein solch »nervöses Zeitalter« nun wieder angebrochen sei. Politische Umwälzungen, ökonomische Krisen und technologische Innovationen nahezu im Dauermodus:
Das überfordert nicht nur bloß uns Zeitgenoss/innen, sondern irritierte schon die Menschen der Jahrhundertwende massiv – wie Rathkolb in seiner profunden, erhellenden wie erschreckenden Zeitvergleichsstudie zeigt. Beide historische Phasen, damals wie heute, waren von Scharlatanen in der Wirtschaft, Hetzern in der Politik und einer wachsenden Polarisierung der Bevölkerung geprägt.
Und ob um 1926 oder 2026: Sich verbreitende Gefühle der Marginalisierung und des Abgehängt-Seins weck(t)en Sehnsüchte nach dem »starken Mann« an der Spitze und damit einhergehend einfachen wie radikalen Lösungen, die aber nicht selten auf den Abbau der Demokratie abziel(t)en. Das stellt Oliver Rathkolb in seinem Buch äußerst informativ wie eindrücklich dar.
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Rathkolb, Oliver
Molden
Kultur. Eine neue Geschichte der Welt
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Kultur. Eine neue Geschichte der Welt
Wozu brauchen wir Kunst und Kultur überhaupt? Warum sollten wir uns mit unserer Vergangenheit beschäftigen? Martin Puchner erzählt, warum wir nur durch Kultur in der Lage waren, unsere Fähigkeiten zu entwickeln, und wie sie durch unsere Begegnungen, kollektiven Verluste und Wiederentdeckungen, Innovationen, Nachahmungen und Übernahmen Gesellschaften über die Jahrhunderte vorangetrieben und unser Überleben gesichert hat.
Martin Puchner, geboren 1969 in Erlangen, ist mehrfach preisgekrönter Autor und Professor für Englische und Vergleichende Literaturwissenschaft in Harvard. Er lebt in Cambridge, Massachusetts.
Puchner, Martin
Klett-Cotta
Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Österreich im Jahr 1945
Geistes-/Sozial-/Kulturwissenschaften
Niemandsland zwischen Krieg und Frieden. Österreich im Jahr 1945
Frühjahr 1945: Österreich wurde zwischen den vorrückenden Armeen der alliierten Mächte für ungewisse Zeit in ein politisches Niemandsland verwandelt. Es herrschten Chaos, Hoffnung und Angst. Kurt Bauer beschreibt die unterschiedlichen Schicksale und Erfahrungen der Menschen in diesem turbulenten Jahr anhand von Alltagsgeschichten. Er erzählt von dem Wehrmachtssoldaten, der auf verschlungenen Pfaden in die Heimat zurückgelangt, aber das alte Wien seiner Kindheit nicht mehr findet, oder dem jüdischen Emigranten des Jahres 1938, der nach seinem erzwungenen Exil als Soldat der siegreichen Armee seine Heimatstadt wiedersieht.
Kurt Bauer war viele Jahre als Producer und Verlagslektor tätig, nebenberuflich Studium der Geschichte an der Universität Wien. Seit 2007 freier Historiker, seit 2019 Mitarbeiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, Graz – Wien.
Bauer, Kurt
Residenz
Bones. Knochen und Skelette in der Tierwelt
Junior-Wissensbücher
Bones. Knochen und Skelette in der Tierwelt
Wie können Tiere springen, schwimmen und fliegen? Wie greifen, graben und beißen sie? Dieses Sachbuch vermittelt spannendes Wissen über zahlreiche Tierarten, von der Springmaus über das Gürteltier bis hin zum Blauwal, und lädt dazu ein, das Wunder der Knochen und Skelette hautnah zu entdecken. Kinder ab 9 lernen damit die verschiedensten Merkmale und Funktionen von Tierknochen kennen und wie die Tiere sich so den unterschiedlichsten Umweltbedingungen anpassen. Eine aufschlussreiche Reise ins Innere der Tierwelt!
Jules Howard ist Zoologie-Korrespondent, Sachbuchautor und Wissenschaftsmoderator. Er schreibt regelmäßig für The Guardian, Science Focus Magazine und Slate. Seine Sachbücher wurden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.
Chervelle Fryer kommt aus Wales. Inzwischen lebt sie in Schweden und liebt es, spannende Sachbuchthemen in Form von Naturszenen mit kräftigen Farben umzusetzen.
Howard, Jules | Fryer, Chervelle
Magellan, ab 8
Schau genau hin! Das außergewöhnliche Handbuch der Beobachtologie
Junior-Wissensbücher
Schau genau hin! Das außergewöhnliche Handbuch der Beobachtologie
Je kleiner, desto faszinierender: Diese Einführung in die Beobachtologie ist viel mehr als ein Naturführer! Schau genau hin: wenn du ein Blatt mit einem Loch findest; wenn du einen Ast voller Moos oder Flechten entdeckst; wenn du ein Spinnennetz siehst. Hier ist der Titel Programm. Genau richtig für gewiefte Beobachtologinnen und Beobachtologen, die wissen wollen, was sich unter Töpfen und Blättern, in Pfützen oder in feuchten Winkeln verbirgt. Die Fakten würzt Giselle Clarkson mit Witz und visualisiert Vorgänge mithilfe ungewöhnlicher Bildideen.
Giselle Clarkson lebt als freie Illustratorin und Comiczeichnerin in Wellington, Neuseeland. Sie veröffentlicht neben Kinderbüchern, in denen es meist um Themen aus der Natur geht, auch Sachcomics für Kinder.
Clarkson, Giselle
Moritz, ab 8
Wale. Giganten der Meere
Junior-Wissensbücher
Wale. Giganten der Meere
In den Tiefen der Meere, fernab von den Menschen, leben die größten Säugetiere der Welt – Wale, vom kleinen Amazonasdelfin bis zum gigantischen Blauwal. Wie jagen sie ihre Beute, warum schließen manche Wale beim Schlafen nur ein Auge und was hat es mit dem berühmten Walgesang auf sich? Ein großformatiges Buch über die Tiere, die mit ihrer Schönheit, ihrer Intelligenz und ihrem Sozialverhalten immer wieder aufs Neue faszinieren. Mit Illustrationen in ungewöhnlichen Perspektiven und tiefseeblauen Tönen.
Amandine Delaunay arbeitete nach ihrem Master-Abschluss an der ESAG Kunsthochschule in Paris in einer internationalen Designagentur. Heute ist sie selbständig und erstellt ihre Bilder von Hand, mit einer Vorliebe für Schwarz, Weiß und Blau. Dabei lässt sie sich von traditionellen Gravurtechniken inspirieren.
Delaunay, Amandine
Gerstenberg, ab 8
Auf in die Berge! Was Menschen in die Höhe treibt
Junior-Wissensbücher
Auf in die Berge! Was Menschen in die Höhe treibt
LAUDATIO Das Gebirge fasziniert seit jeher – groß wie klein: An das jüngere, von Bergen begeisterte Publikum richtet sich das erste Bildersachbuch der Linzer Illustratorin Katja Seifert und nimmt an den luftigen Höhen interessierte Kinder ab 6 Jahren auf eine spannende Entdeckungstour mit. Detailreich wie außergewöhnlich zeichnet sie diese massive Landschaft und die Menschen, die versuchten sie zu bezwingen: Sie stellt alpinistische Pionier/innen vor
und widmet sich dabei vor allem jenen Frauen, die sich gegen die männlichen Bergsteiger durchsetzen mussten. Mit sanften Farben errichtet Seifert den Bergen ein opulentes, papiernes Denkmal und illustriert somit auch die Gefahren am Berg und die Entwicklung des Bergsteigens insgesamt von der Veränderung der Ausrüstung bis zu den Auswüchsen des Massentourismus.
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Seifert, Katja
NordSüd, ab 6
Wo die wilden Würmer wohnen
Junior-Wissensbücher
Wo die wilden Würmer wohnen
Wer hat es gewusst? Mistkäfer tanzen auf Kacke tanzen, Spinnen verkleiden sich als Ameisen und manche Schnecken verteidigen sich mit Pupsgeräuschen. In einem Gramm Boden leben mehr Organismen, als es Menschen auf der Erde gibt. Maulwürfe, Regenwürmer, Asseln, Pilze und Billionen winziger Wesen sorgen dafür, dass Pflanzen wachsen, Wasser sauber bleibt und aus Kacke wertvolle Nährstoffe entstehen. Ein interaktives und humorvolles Kindersachbuch über das unterirdische Leben.
Elisabeth Etz lebt in Wien. Im Germanistikstudium hat sie erfahren, dass ihr Nachname auf Mittelhochdeutsch ›Weideland‹ bedeutet – was aber nicht der einzige Grund ist, warum sie vom Boden und seinen Lebewesen fasziniert ist. Wenn sie nicht gerade Bücher schreibt, unterrichtet sie Deutsch als Zweitsprache.
Nini Spagl, 1977 in München geboren, studierte Architektur in Innsbruck, machte einen Lehrgang zur Buchgestalterin in St. Pölten und hat ein Kolleg für Medien mit Schwerpunkt Animation absolviert.
Etz, Elisabeth | Spagl, Nini
Leykam, ab 6